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# Sanktionen und Souveränität

Brüssel, Paris. Nicolas Guillou ist seit zwanzig Jahren französischer Richter. Im vergangenen Sommer setzte US-Präsident Donald Trump ihn gemeinsam mit zehn anderen Mitarbeitern des Internationalen Strafgerichtshofs und mit der italienischen Juristin Francesca Albanese auf eine Sanktionsliste, die ursprünglich für Terroristen und Menschenrechtsverbrecher gedacht war.

Die US-Sanktionen haben Guillous Leben in Europa aus den Fugen gebracht, erzählt er bei einem Pressegespräch in Brüssel. Weil die EU kein eigenes digitales Zahlungsmittel hat, sind Europäer auf US-amerikanische Unternehmen wie Visa , Mastercard und Paypal angewiesen. Diese dürfen Guillou wegen Trumps Sanktionen aber keine Dienste mehr anbieten.

„Wenn man unter Sanktionen steht, verliert man seine gewohnten Zahlungsmittel“, sagt Guillou. „Meine Visa-Karte wurde mir von meiner Bank in Frankreich weggenommen. Sie existiert nicht mehr.“ Ähnlich bei allen digitalen Diensten: „Über Nacht werden einem die Benutzerkonten geschlossen, bei Amazon , bei Paypal, Netflix und Airbnb.“

https://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-wie-trumps-sanktionen-die-europaeer-bei-kreditkarten-treffen/100199524.html